14 Posts  •  17. September 2012  •  HARG

Eine Auftragsarbeit und ihre Geschichte

Okay, ist ja gut…wir wissen es selber: Es ist viel zu lange viel zu ruhig um uns gewesen. Vielleicht ist aber auch einfach viel zu viel passiert, als dass es sich in Echtzeit hätte kommunizieren lassen?

Wir möchten versuchen, ein bisschen von dem, was uns im letzten dreiviertel Jahr widerfahren ist, hier noch mal in schriftlicher Form darzulegen. Wobei man ja eigentlich die Uhr noch weiter zurück drehen müsste. Vor etwa einem Jahr, Anfang September 2011, führten berufliche Umstände dazu, dass sich eine Fernbeziehung zwischen Gitarre, Gesang sowie Bassgitarre auf der einen und Schlagzeug auf der anderen Seite ergab. Düsseldorf <-> Berlin – das ist seit mehr als 12 Monaten die Distanz, die es für eine Probe zu überbrücken gilt. Mit überdurchschnittlichem Organisationsaufwand ist es uns aber dann doch gelungen, in regelmäßigen Abständen Musik zu machen. Dass uns dies über einen solchen Zeitraum gelungen ist, stimmt uns froh. Zeigt es doch, was sich da zwischen uns drei Köpfen entwickelt hat. Jetzt aber genug Pathos!

Man mag es glauben oder nicht, aber im März war es die überraschende Einschätzung einer handvoll Landtagsjuristen, die zu einer 2monatigen Quasi-Reunion führte. Die angesprochene juristische Einschätzung führte nämlich in der Konsequenz dazu, dass sich der Landtag in Düsseldorf auflöste und die Parteien Neuwahlen vorbereiten mussten. Und dafür braucht es natürlich Menschen. Aufgrund guter Eindrücke und alter Seilschaften wurde das Schlagzeug also nach Düsseldorf zurückbeordert, um hier für zwei Monate den Takt im Wahlkampf der NRW-Grünen zu geben. So weit, so belanglos. Dieser Exkurs ist allerdings notwendig, um zu verstehen, was dann folgte.

In einer bierseligen Runde zu spätabendlicher Stunde entstand dann die gemeinsame Idee von uns dreien und den grünen Kollegen, einen musikalisch Beitrag zum Wahlkampfzirkus zu liefern, vulgo: einen Wahlkampfsong zu schreiben, diesen professionell aufzunehmen und ihn zwei Wochen vor der Wahl in heavy rotation durch die social networks zu ballern. Ein ambitioniertes Vorhaben. Wir standen vor einem leeren Blatt Papier, mussten die Lyrics zum ersten Mal in unserer Muttersprache texten, melodisch irgendwas „ohrwurmartiges“ komponieren…und hatten für all das geschätzte vier Wochen Zeit. Der Deal war klar: Wir machen den Song, die NRW-Grünen bezahlen den Spaß.

Nach drei Proben stand der Song, anschließend ging es direkt in die großartigen 4-CN-Studios. Wir hatten einen Tag um alles einzuspielen, noch mal eineinhalb um das Machwerk zu mixxen. Bis dahin hieß es warten. Etwa 36 Stunden später erreichte uns dann die Masterfile. In diesen 36 Stunden haben wir dann noch schnell Schnittbilder für das dazugehörige Video produziert – natürlich auch mit tatkräftiger Unterstützung, die wir eigentlich permanent hatten. Dazu später mehr. Das, was in den letzten drei Absätzen beschrieben wurde gipfelte dann in diesem Ergebnis:

 

YouTube Preview Image

 

Uns hat diese Zeit großen Spaß gemacht. Unter einem gnadenlosen Zeitdruck einen – unserer Meinung nach – passablen Output zu generieren, war eine tolle Erfahrung. Plötzlich steht man in der BILD-Zeitungen und liest, man mache „Soft-Rock“, hört sich auf 1Live und muss miterleben, wie irgendwelche Experten das eigene Schaffen psychologisieren, sieht sich in einem Spiegel Online Beitrag als „hippe Indie-Band“ charakterisiert. Dazu kommen mehrere Tausend youtube-Klicks, ein dickes Interview, ein Open-Air-Gig mit Rheinblick und fremde Menschen, die einen auf der Straße erkennen. Großes Kino, irgendwie. Can, Ben und Martn – es war uns eine große Freude. Danke, dass ihr dabei wart!

Und ab jetzt erfüllt unsere Musik wieder den reinen Selbstzweck. Dazu die Tage mehr.

Bis dahin, gehabt euch wohl…

Author: HARG

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